Touren
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Am Sonntag den 02. Juli besannen sich zwölf Schwabenrolleros incl. zwei Sozias mit ihren Scootern von Untergruppenbach nach Nordleda (in der Nähe von Cuxhaven) zu unseren früheren Mitfahrern Helmut und Elli aufzubrechen. Zügig und bei gutem Wetter ging es über Autobahnen und teils auch kleinen kurvigen Sträßchen gen Norden. Das Tagesziel hieß Hotel Hardtmühle im Urfftal kurz vor Bad Wildungen.

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Am Montagmorgen Start zur 2. Etappe. Ein kurzer Abstecher auf wunderschönen "Motorradstraßen" entlang der fast leeren Edertal- Sperre brachte uns schnell auf Temperatur. Dann aber zog es sich doch in die Länge, auch der Norden hat teils sehr kleine kurvige Sträßchen die den Geschwindigkeitsdurchschnitt ganz schön purzeln lassen. Deshalb musste das letzte Stück, abweichend von der Planung, auf der Autobahn zurückgelegt werden, damit unser Ankunftstermin halbwegs eingehalten werden konnte. Alle waren froh nach ca. 700 Kilometer in Otterndorf im Hotel Eibsen aus dem Sattel steigen zu können. Die kurze Fahrt nach Nordleda zu Helmut und Elli durften wir wohlverdient im Sammeltaxi genießen.

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Der Empfang war  herzlich und wir waren sehr froh, die beiden abtrünnigen Schwaben in ihrem neuen Heim wiederzusehen. Ach so, inzwischen waren wir 15, Lutz war uns vorausgefahren und konnte uns schon mit einigen Neuigkeiten informieren: z.B. das süddeutsche "Grüß Gott" ist hier fehl am Platze, im Norden heißt es "Moin-Moin" und zwar zu jeder Tageszeit. 

Elli und Helmut verwöhnten uns nach allen Regel der Kunst. Ihnen gehörte schon nach dem ersten Abend unser ganzer Dank.

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Das morgentliche “Rüsten” auf dem Hotelparkplatz

Am Dienstag übernahm Helmut das Zepter. Nach gut einem Jahr hatte er seine neue Heimat schon gut erkundet und konnte uns viel Sehenswertes auf der Tour zwischen Elbe und Weser zeigen. Die Oste überquerten wir auf einer historisch Schwebfähre, in Stade waren alle begeistert vom alten Hafen und den wunderschönen Gebäuden. In York, dem Zentrum vom "Alten Land", dem Obstanbaugebiet vor den Toren Hamburgs, war jeder fasziniert von den prächtigen Gutshöfen der Obstbauern. Alle Früchte, die auf Bäumen wachsen, werden hier angebaut. Die Plantagen entlang der Elbe sind nicht nur im Frühjahr zur Blütezeit eine Reise wert!

In Bremerhaven hatte Helmut eine Busfahrt durch den riesigen Containerhafen organisiert. Alles wird heute per Container aus fernen Länder geliefert und unsere Produkte verlassen ebenso im Container Deutschland, um in alle Welt versandt zu werden. Man kommt sich sehr klein vor in einem solchen Hafen. Nach ca. 250 Kilometern endete unser kurzweiliger Tag, den wir bei gutem Wetter genießen durften. Helmut, der uns einen interessanten Einblick in seine neue Heimat ermöglicht hat, bekommt ein großes Lob und ein Dankeschön für die perfekte Organisation. Seine Frau Elli war leider nicht dabei; sie durfte arbeiten und Geld verdienen.

Auch am Mittwoch verwöhnt uns wieder die Sonne an der Nordseeküste. Womit haben wir das verdient? Helmut fährt wie gestern mit seinem Scooter voraus und führt uns zur "Alten Liebe" nach Cuxhaven. Hier mündet die Elbe in die Nordsee. Man kann gerade noch das andere Ufer in Schleswig-Holstein erkennen, so breit ist sie hier und beidseitig gewaltig eingedeicht. Viele Schiffe passieren täglich dieses Nadelöhr, die Fahrrinne ist nicht sehr breit und der Tiefgang der riesigen Containerschiffe wird von Jahr zu Jahr größer. In den Orten entlang der Elbe sieht man Protestschilder von Gegnern der Elbvertiefung, die die Hamburger fordern, um nicht vom Weltmarkt abgehängt zu werden. Diese Vertiefung bringt aber für die Elbeanlieger erhebliche Risiken, die bisher nicht genau abgeschätzt werden können. Als nächstes steuert Helmut den historischen Leuchtturm Obereversand bei Dorum an. Eine exklusive Führung ermöglicht uns einen Einblick in die Zeiten des 19. Jahrhunderts, als das Navigieren in der Nordsee noch nicht von Satelliten unterstützt wurde. Heute hat der Leuchtturm seine nautische Bedeutung verloren. Statt dessen steht er als Standesamt zur Verfügung und weist neuen Ehepaaren den richtigen Weg, hoffentlich auch in stürmischen Zeiten.

 

Wer an der Nordsee war und kein Krabbenbrötchen gegessen hat, der war nicht an der Nordsee! Die Preis für diese Delikatesse ist heftig. Auf den Preistafeln steht nur "Tagespreis", d.h. für Überraschung ist gesorgt. Viele der Krabbenfänger-Boote liegen arbeitslos in den kleinen Häfen. Es gibt kaum noch Krabben im Wattenmeer! Die Fischer erklären uns, dass nicht die Überfischung der Grund ist, sondern dass ein kleiner eingeschleppter Fisch die Brut vertilg. Einige versuchen nun ihr Auskommen darin zu finden, indem sie Touristen zu den Seehundbänken fahren.

Erneut erreichen wir Bremerhaven, schauen uns die alten Fabriken an, in denen früher die Fische verarbeitet wurden. Heute haben sich hier feine Lokale etabliert. Nicht weit davon entfernt liegen die Autotransporter am Kai um Exportfahrzeuge aufzunehmen und Importwagen aus ihren riesigen Bauch auszuspucken. Von einer Aussichtsplattform hat man einen guten Überblick. Auch die Schleusung eines solchen Riesenschiffes durften wir beobachten. Es ist zwar beeindruckend aber schön sind diese Riesen-Pötte wirklich nicht. Die Rückfahrt entlang unzähliger Entwässerungsgräben, durch Marsche und Moore war trotz des flachen Landes recht abwechslungsreich, zumal sich ab und an ein Reh oder ein Hase sehen ließ. Nicht nur Pässe in Spitzkehren machen süchtig, auch der heutige Tag zwischen Weser und Elbe, den Helmut wieder exzellent organisiert hatte und der uns über 200 Kilometer entlang der Nordseeküste und dem Niedersächsischen Hinterland geführt hat, wird allen in bester Erinnerung bleiben.

Donnerstag, wieder scheint die Sonne! Mit unseren Scootern geht es nach Cuxhaven. Von hier per Fähre nach Brunsbüttel auf die rechte Elbeseite. Wir fahren nach Norden entlang der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste bis zum Eidersperrwerk. Das imposante Bauwerk schützt das flache Hinterland vor Überflutungen wenn der "Blanke Hans" sein wahres Gesicht zeigt.

Weiter geht es über Husum, die Stadt von Theodor Storm, nach Friedrichstadt ursprünglich einmal von Holländern gegründet. Die blumengeschmückten Brücken über die Grachten und Kanäle, in denen Lastkähne  heute Restaurants beherbergen, geben der Stadt ein unvergleichliches, einzigartiges  Aussehen. Wir sind alle total begeistert. Aber wir müssen weiter – nach Glückstadt. Vorher überqueren wir aber den Nord-Ostsee-Kanal auf einer Hochbrücke. Als Fahrer hat man natürlich wenig Gelegenheit, nach rechts und links hinunterzuschauen. Da haben es die beiden Sozias in unser Gruppe besser. Die große Elbfähre von Glückstadt nach Wischhafen erlaubt den Fahrern eine Verschnaufpause. Anschließend haben wir nur noch ein kurzes Stück bis wir bei Elli eintreffen die sich in der Küche für uns mächtig ins Zeug gelegt hat um die ausgehungerten Rolleros satt zu bekommen.

Wir alle sind Elli und Helmut sehr dankbar, dass sie uns Südländern, die sie auch einmal waren,  ihre neue Heimat so kurzweilig präsentiert und erfahrbar gemacht haben.

Einen herzlichen Dank an Helmut für die super geführten Touren. Er war aber nicht nur ein professioneller Tourguide sondern auch ein Meister am Grill. Elli die uns leider nicht als Sozia oder Fahrerin begleiten konnte war  ebenfalls am Gelingen unserer Nordtour wesentlich beteiligt.

 

Freitag und Samstag, Rückfahrt ins Ländle.

Hierzu kann der Chronist keine Aussage machen, da er mit seiner Sozia einen anderen Weg als die Schwabenrolleros genommen hat. 

 

Wir danken Gerd Reinsdorf für seinen Reisebericht!

 

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